Thymoleptika

gegen Burn-Out, Depressionen, Ängste, Liebeskummer und alles andere

Sonntag Abend

May23

Mich plagt verstärkt das Gefühl von Verlust. Loslassen zu müssen, und doch mit allen Willen festzuhalten. Als ob die hinterlassene Leere nicht bereits genug wäre.

Ich hatte einen Albtraum, bei der meiner Geliebten beinahe zugestoßen wäre. Ich will daran nicht denken.

Gestern hatte ich dank einer Verabredung einen richtig schönen Tag. Heute ist es so, als ob mich mein leidvolles Leben wieder fest im Griff hat.

Ich fühle mich durch den Verlust so, als hätte ich meine Daseinsberechtigung verloren. Was braucht mich die Welt? Was brauch ich die Welt? Ich trauere meinem verlorenen Glück nach.

Notizen

April20

Und wieder ein Mal drücke ich mich konsequent vor dem zusätzlichen lernen. Es ist zu hoffen, dass ich nicht an Hochmut leide, indem ich immer kurzfristig, max. eine Stunde vor einer Klausur mir die Sachen ansehe, und nichtsdestotrotz gute Noten kassiere. Und das bei einem Anspruchsniveau, was leicht mit einfachen bis moderaten Studienfächern mithalten kann.
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Notizen

April18

Was macht Lingxin? Und wie geht es ihr? Wie sieht sie heute aus? Worüber hat sie heute nachgedacht und gefühlt? Ich weiß es nicht…

Ich habe den Eindruck, ich würde von einer zerstörten Welt zur nächsten fallen. Ständig zwischen den Welten hin und her. Sei es die Welt der Gefühle. Sei es eine Spielwelt. Ich schaffe es nur nicht mehr in meine Heimatwelt.

Ich versuchte mich zu ändern. Ich versuche mich zu ändern. So zu verändern, dass ich dem näher komme was ich mir wünsche. Ich fühle mich fernab von klaren Gedanken, hilflos verloren und vergessen.

Mein Herz blutet sehr. Soll es lieber nicht da sein. Ein leerer Platz, dort wo einst mein Herz war. Ich blicke in den Spiegel und weiß nicht mehr wer ich bin. Alles womit ich mich definiert habe entgleitet mir. Gleichsam Sand in meinen Händen, vom Winde verweht.

Der süße Freitod wird immer süßer. Eine Tat, ein Augenblick und alles ist vorbei. Von der einen Hölle zur nächsten. Eine Hölle wird es geben.
Es erscheint so einfach, dem Fleische Todeswunden zuzufügen, um die Seele zu überlisten und diese in den Tod zu reissen. Es scheint so günstig und schnell zu sein. Verheißungsvoll das Ende, wo mir keiner wahrlich sagen kann was dies Leben zu geben hat.

Die Einsamkeit der Nacht und der Welt droht mich in eine Spirale der Dunkelheit zu ziehen. Alles verloren bis auf das was in diesen vier Wänden ist. Was lohnt sich daran zu verweilen auf Erden?

Ohne meine Liebe, ohne mein Herz zerfalle ich wieder zu dem was ich einmal war. Und ich zerfalle mehr. Zu dem was ich nie war. Hass klimmt empor und vergiftet mein einfaches Denken. Mein Bewusstsein gespalten, und begraben will sagen wie sehr es hasst. Zorn auf das was Schmerzen verursacht hat. Zorn über die verhängnisvolle Verzweiflung.

Ich möchte träumen. Ich möchte träumen und einer Welt versinken die ich mir erwünsche. Einer Welt in der ich glaubte kurz gelebt zu haben. Die Geliebte in meinen Armen.

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Alles für die Katz’

April11

Täglich eine Stunde auf dem Cross Trainer.
Täglich 20 Minuten Krafttraining.
Täglich fünf Minuten Tipp10.
Täglich 30 Minuten Sprachen lernen.
Täglich eine Stunde für die Abschlussprüfung lernen.

Das macht bereits 175 Minuten bzw. 2 Stunden und 55 Minuten.

Wenn ich mich daran halte, schaffe ich es bis zum Jahresende meine Ziele zu erreichen. Wieder mein gutes Gewicht erreichen, und vielleicht mehr abnehmen, das Zehn-Finger-System für die Tastatur und eine top Note bei meiner schriftlichen Abschlussprüfung.

Das Schwerste dabei wird es sein die Disziplin bei zu behalten. Ohne Motivation geht das kaum. Momentan gebe ich mir diese Mühe, weil ich an mein kleines Kätzchen denke. Sie darf nämlich “Mama” werden, und ich erhoffe mir dadurch, dass sie so weniger einsam ist, wenn ich außer Haus bin. Sie zeigt mir jeden Tag wie schön es ist, jemanden um sich zu haben, und gleichzeitig wie traurig es ist, sie jedes Mal allein lassen zu müssen. Von der Deckung bis hin zur Aufzucht weiterer Racker wird es eine Menge Geld verschlingen.

Hinzu kommt mein Schuldenberg, der nur sehr langsam abgebaut wird und immer öfters ins Stocken gerät. Wäre Kätzchen nicht da, wäre mir alles immer noch egal.

Kürzlich habe ich einige alte Bilder auf Facebook hoch geladen und musste wieder Mal feststellen wie weh mir noch die Erinnerung tun. Und wenn ich nicht daran denke, habe ich nur ein reales “Zimmer” was leer wirkt, abgesehen vom Kätzchen. So gut wie nichts schafft mir langfristige Befriedigung.

Ich habe versucht mit Zeichnen anzufangen. Auch das geht eher schleppend voran. Ich würde gerne Fotografieren. Aber bis ich das Geld für eine gescheite Kamera habe, dauert es. Und wenn ich eine habe, stellt sich die Frage, ob ich mich da wirklich ins Zeug legen könnte und das Hobby ausbauen würde, oder es wieder an irgendetwas scheitert, was zu wenig oder nicht da ist. Aber eigentlich bräuchte ich nur Motivation, die mir sagt, dass ich das eine Ziel genau verfolge und schon die ersten Schritte mache, auch wenn noch nicht alles da ist.

Mal gucken, was ich denn eigentlich überhaupt will…

Ich will abnehmen, damit ich gesünder werde und mich wohler in meiner Haut führen kann.
Ich will Maschinenschreiben lernen um gucken zu können, ob das wirklich schneller geht, als meine normale Tippweise ( > 330 Tastenanschläge / Minute).
Ich will Chinesisch lernen, damit ich Chinesen verstehe, auch wenn sie in ihrer Muttersprache sprechen. Genauso all die anderen Sprachen.
Ich will gut vorbereitet für die Abschlussprüfung sein, damit ich eine ausgezeichnete Note in der Prüfung erlangen kann.

Durch das schlank sein verspreche ich mir mehr Attraktivität und Sportlichkeit.
Durch das Maschinenschreiben verspreche ich mir schneller tippen zu können.
Durch das Beherrschen von vielen Fremdsprachen verspreche ich mir einen erheblichen Vorteil in der Kommunikation.
Durch die gute Note verspreche ich mir gute Voraussetzungen für ein Beschäftigungsstelle meiner Wahl.

Wenn ich alles erreicht habe, will ich dadurch viel Geld verdienen können, mit einer Partnerin und Salia das große Glück finden und alle Schulden abgebaut haben. Schön wäre es, wenn ich bis dahin alles habe, und ein Mal die Woche mit einer bezaubernden Frau ausgehen kann…

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